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Today will never come again - Aufruf zum Leben im Hier und Jetzt!

Wir alle gehen die meiste Zeit unseres Lebens davon aus, dass wir Dinge auf später verschieben können. Weil wir glauben auch dann noch genug Zeit dafür zu haben. Das verleitet uns regelmäßig dazu, Wichtiges auf die lange Bank zu schieben. Worte, die gesagt werden sollten hinunter zu schlucken - um sie dann (vielleicht) im "richtigen" Moment auszuspucken. Aber was, wenn dieser "richtige" Moment niemals kommt? Wenn es uns unmöglich ist, Aufgeschobenes nachzuholen? Hier kommt mein ganz persönliches Plädoyer für ein Leben im Hier und Jetzt...


An meiner Lieblingswand im Wohnzimmer ist ein englischsprachiger Text zu lesen, der übersetzt in etwa so viel heißt:

 

HEUTE WIRD NIEMALS WIEDER KOMMEN

Nutze den heutigen Tag

Sei ein Segen für andere

Sei ein Freund

ermutige jemanden

Nimm dir die Zeit, dich um Wichtiges zu kümmern

Lass dein Licht scheinen

und denk daran dass du der Grund bist, der jemand anderem ein Lächeln ins Gesicht zaubert

 

Während ich diese Zeilen schreibe, regnet es draußen. Ich halte inne und lasse die Worte auf mich wirken.

Heute wird niemals wieder kommen...

In seiner ganzen Tragweite ist dieser Satz eine sehr tiefsinnige und anspruchsvolle Aufforderung, im Hier und Jetzt anzukommen. Wir alle gehen die meiste Zeit unseres Daseins davon aus, dass wir Dinge auf später verschieben können. Weil wir auch dann noch genug Zeit dafür haben werden. Das verleitet uns regelmäßig dazu, Wichtiges auf die lange Bank zu schieben. Worte, die gesagt werden sollten, nicht auszusprechen, in der vagen Absicht, sie dann (vielleicht) ein anderes Mal im "richtigen" Moment auszuspucken. Aber das birgt eine große Gefahr in sich.

 

Was, wenn dieser "richtige" Moment   niemals kommt?!

Was, wenn sich die Umstände in eine Richtung entwickeln, die es mir unmöglich macht, Aufgeschobenes nachzuholen?

Dann wird aus Dingen auf der persönlichen Warteliste plötzlich Versäumtes. Unwiderruflich Verpasstes.

Und die Trauer darüber, dass die Zeit vorbei ist, in der man konnte, ist meistens groß. Zumindest mir geht es so.

 

Es ist ein fataler Trugschluss anzunehmen, dass ich die Möglichkeit habe, Herzensangelegenheiten "nachzuholen". Die westliche Kultur richtet die Menschen auf die Zukunft und die Vergangenheit aus. Nicht aber die Gegenwart.

"Was kann ich werden?", "Was habe ich verpasst?" - Immer ist der Fokus auf etwas gerichtet, das ich nicht (wirklich) beeinflussen kann. Die einzige Zeitspanne, auf die ich aktiv zugreifen und damit Einfluss darauf nehmen kann ist JETZT!

Wenn ich nicht JETZT eine Freundin bin, die andere ermutigt und ihr Licht in die Welt trägt - wann will ich es dann sein?

 

Wenn ich mich nicht JETZT um Personen und Angelegenheiten kümmere, die mir wichtig sind (und damit meine ich Menschen und Dinge, die ich liebe!), wann will ich es dann tun?

Im Allgemeinen wird die Wirkung, die  die eigene Persönlichkeit auf andere Menschen hat, unterschätzt.

Wir haben sehr viel mehr Einfluss auf die Befindlichkeiten anderer als wir glauben.

 

Das kann als Vorbild sein, weil ich zum Beispiel mutig bin und Menschen dazu inspiriere, ebenfalls mutig(er) zu sein. Das kann als Stütze sein, weil ich meine Kraft mit jemandem teile. Das kann als Partnerin sein, weil ich Anteil nehme am anderen und die Person dafür wertschätze, wer sie ist...

 

Es sind die vielen kleinen Dinge, die die Liebe und Freundschaft zwischen uns wachsen und gedeihen lassen. 

 

Ein liebes Wort wo es gebraucht wird (auch wenn der Terminkalender voll ist) Eine Umarmung als Zeichen der Wertschätzung oder Anteilnahme. Ein paar Zeilen über Whatsapp, SMS oder Mail mit der Botschaft "Du bist mir wichtig."

Das sind die Samen im Leben, die Wurzeln schlagen.

 

Wenn wir es verabsäumen, diese Samen zu streuen - also jenen Menschen, und Dingen Beachtung und Zeit zu schenken, die uns am Herzen liegen - werden keine tragfähigen Bäume wachsen, die uns in dunklen Stunden des Lebens stützen können. Oder die uns Schatten spenden, wenn die Sonne allzu hell scheint und wir Gefahr laufen, zu verbrennen.

Selbst an einem trüben Tag wie dem heutigen, kann ich für jemand anderen die Sonne sein, wenn ich mein Licht scheinen lasse

Der Text ruft uns - dich und mich! - dazu auf, uns daran zu erinnern, was unsere Leben wertvoll macht. Und sich darüber bewusst zu werden, dass die eigene Lebenszeit begrenzt ist.

 

Was wollen wir anfangen? Welche Art von Mensch wollen wir sein?

 

Ich finde, es gibt im Grunde genommen nichts - und damit meine ich wirklich NICHTS - was uns davon abhalten sollte, unsere Tage mit Leben zu füllen!

Und zwar eine Art von Leben, das uns mit Zufriedenheit und Dankbarkeit erfüllt. Das sich durch gegenseitige Wertschätzung auszeichnet. Ein Leben, das gefüllt ist mit Liebe und Freude. Und in dem vor allem Platz ist, für die wesentlichen Sachen!

 

Das, was dafür nötig ist, geht nämlich ganz leicht: Wir müssen einfach damit anfangen!

 

Und genau deswegen, liebe ich dieses Wandtatoo in meinem Wohnzimmer:

Es erinnert mich jeden Tag daran, das zu tun. Leben. Im Heute. Im Hier und Jetzt. 

 

Das gelingt mir mal besser und mal schlechter. Aber weißt du was?

Übung macht den Meister!

 

Das meint im Ernst,

deine Katrin 

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