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3 Mythen über Fett aus der Sicht der Stoffwechseltypen gerechten Ernährung

Fett hat ja im Allgemeinen in der heutigen Gesellschaft einen schlechten Stand. Es soll dick machen, generell für einen hohen Cholesterinspiegel sorgen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, krebserregend sein und so weiter und so weiter. Das Image ist also denkbar schlecht. Aber ist das wirklich so? Kann man - wieder einmal - alles über einen Kamm scheren und Fett prinzipiell auf die rote Liste setzen? Ich möchte heute auf 3 gängige Sichtweisen eingehen und diese zumindest in Frage stellen...

Seit Jahrzehnten hält sich hartnäckig das Gerücht, dass eine fettreiche Ernährung und vor allem gesättigte Fettsäuren generell zu diversen Gesundheitsproblemen führen. Aus dieser Grundhaltung heraus ist in vielen Köpfen die Überzeugung verankert, dass eine fettarme Ernährung mit möglichst vielen ungesättigten Fettsäuren (vorkommend vor allem in hochwertigen Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl oder Traubenkernöl) zwangsläufig zur Gesundheitsverbesserung beiträgt.

Interessanterweise gibt es bis heute keine wissenschaftliche Studie, die diese Annahme tatsächlich bestätigt!

Im Gegenteil: In den meisten Fällen wurde gerade diese Annahme sogar eindeutig widerlegt!

Um heute in meinem Beitrag nicht den Rahmen zu sprengen, möchte ich hier auf die 3 gängisten Mythen eingehen:

 

Mythos Nr. 1: Eine fettarme Ernährung ist für jeden Menschen gut

 

Die optimale Ernährung, sprich die individuell geeignete prozentuelle Menge an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten, bestimmen aus Sicht von Metabolic Typing (= Stoffwechseltypen gerechte  Ernährungslehre) nicht irgend welche Ernährungskonzepte, sondern der persönliche Stoffwechseltyp! Dieser ist uns angeboren und so individuell wie ein Fingerabdruck. In Fachkreisen spricht man auch von der "biochemischen Individualität". Prinzipiell versteht man darunter jene genetische Entwicklung, die dazu geführt hat, dass unterschiedliche Ernährungstypen entstanden sind. 

 

Aber was ist damit wirklich gemeint?

Die Art und Weise, wie und wo unsere Urväter und -mütter gelebt haben, entscheidet letzten Endes darüber, wie dein eigener Körper tickt. Es ist also von großer Bedeutung, ob sie sich in kalten und kargen Regionen aufhielten, wo kein großes Nahrungsangebot aus der Vegetation vorhanden war und vor allem fett- und eiweißreiche Kost zur Verfügung stand.

 

Oder ob sie eher in warmen bis tropischen Zonen lebten, wo ein Überangebot an frischen Früchten, Getreide und Hülsenfrüchte vorherrschte.

 

Oder ob sie in den gemäßigten Klimazonen heimisch waren, wo das reichste Nahrungsangebot vorhanden war und die Menschen zwischen Fleisch und Fisch wählen konnten, reichlich Obst und Gemüse ernteten und es sehr fruchtbare Ackerböden gab.

Wie du dir wahrscheinlich vorstellen kannst, entstanden unter den verschiedenen Bedingungen unterschiedliche körperliche Vorzüge...

So konnten Menschen aus warmen Gefilden mit der Zeit immer besser Kohlenhydrate verstoffwechseln, sprich ihre Energie am besten aus leichter, vegetarischer Kost gewinnen und so ideale Voraussetzungen schaffen, um selbst bei großer Hitze gut zu überleben. 

 

Genau das Gegenteil passierte bei den Menschen in nördlichen Regionen. Hier war des für den Körper wichtig, schwere Kost gut zu verdauen und zu verwerten, um mit den harten Lebensumständen klar zu kommen und genügend Kraft und Wärme zu produzieren, um großer Kälte zu trotzen.

 

Die Menschen in den gemäßigten Zonen entwickelten eine Balance zwischen beiden Extremen. Sie konnten aus körperlicher Sicht gut mit Kohlenhydraten umgehen, brauchten aber auch ein moderates Maß an Eiweiß und Fett, um genügend Energie zu produzieren.

Bezogen auf die fettarme Ernährungsempfehlung - du ahnst es vielleicht schon - ergibt sich hier ein Ungleichgewicht:

Wieso sollte unter diesen Voraussetzungen eine fettarme Ernährung für einen Menschen mit "nördlichem" Stoffwechselprofil eine gute Wahl sein? Und warum ist eine fettarme Ernährungsweise auch für einen Menschen mit "gemäßigten" Erbanlagen nicht wirklich gut geeignet?

Weil sich unsere Gene in dieser Hinsicht nicht verändert haben! Wenn ich Voraussetzungen mitbringe, die abseits dieser Empfehlung liegen, bin ich mit einer fettarmen Ernährung nicht gut versorgt!! 

 

Du kannst getrost davon ausgehen, dass dein Körper weiß, was er braucht!

 

Mit diesem Hintergrund, ist aus meiner Sicht, eine generelle Empfehlung, fettarm zu leben äußerst fahrlässig.

Nicht nur, dass tausende von Frauen und Männern mit ständigen Schuldgefühlen leben, weil sie glauben, sich ungesund zu ernähren wenn sie fettreiche Kost bevorzugen. Nein. Es kann langfristig sogar gesundheitsschädlich sein und entgegen der gängigen Meinung Übergewicht begünstigen bzw. produzieren!

 

Seinen Stoffwechseltyp zu kennen bringt also auch - oder gerade! - beim Thema Fett viele Vorteile! Wenn ich DAS MEINE gefunden habe, kann ich aktiv dazu beitragen, dass es mir gut geht!

Mythos Nr.2: Ungesättigte Fettsäuren sind gesund

 

Die Bezeichnung "ungesättigt" stammt aus der Molekularbiologie und heißt im Grunde nichts anderes, als dass ein chemischer Stoff nicht an allen Schnittstellen mit einem anderen Atom verbunden ist. Das bedeutet, dass er an diesen Punkten "frei" ist und somit leicht Verbindungen mit anderen Stoffen eingehen kann (und möchte). Je mehr solcher "freien" Schnittstellen vorhanden sind, umso ungesättigter bzw. reaktionsfreudiger ist die Substanz.

 

Fette sind chemisch so aufgebaut, dass sie aus einem Teil Glycerin und aus drei Teilen Fettsäuren bestehen. Diese Fettsäureanteile sind im Normalfall verschieden und bestimmen durch ihre jeweilige Art die Wirkung des Fettes  auf den menschlichen Körper. Und hier ist der Sättigungsgrad dieser Fettsäuren ein wesentlicher Schlüssel. 

Gerade ungesättigte Fettsäuren sind nämlich aufgrund ihrer hohen Reaktionsfreudigkeit problematisch:

  • Sie neigen zur Bildung von Transfettsäuren - das sind die so genannten "gehärteten" Fette, die für die Nahrungsmittelindustrie viele Vorteile haben und erwiesener Maßen Krebs erregend sind! Du findest sie in Margarinen, Nutella, Pommes, vielen Kekssorten (je knuspriger, desto mehr Transfette), in Schmelzkäse und in den meisten Fertig- oder Halbfertigprodukten
  • Sie neigen zur Bildung von freien Radikalen - das sind jene Stoffe, die Zellschädigungen und Hautschäden verursachen! Sie werden unter anderem für ein erhöhtes Krebsrisiko, ein geschwächtes Immunsystem und einen schnelleren Alterungsprozess (Falten, Leberflecken, etc.) verantwortlich gemacht
  • Sie fördern die Entstehung von Übergewicht - weil sie die Wirkung der Schilddrüse unterdrücken!

Ungesättigte Fettsäuren, sprich pflanzliche Öle, sollten also nur mit Bedacht verwendet und in Maßen konsumiert werden!

Ganz wichtig ist hier die richtige Lagerung (dunkel und kühl!) sowie die Berücksichtigung, das Öl nicht zu erhitzen!

Kurz: Die regelmäßige Verwendung von Fisch, Olivenöl, Leinöl sowie Nüssen und Samen (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam usw.) reicht im Grunde aus, um den benötigten Bedarf an lebensnotwendigen Fettsäuren abzudecken. Statt "Viel hilft viel" ist im Zusammenhang mit Fetten die Strategie BIO zu kaufen wesentlich sinnvoller - Fette sind nämlich Schadstoffspeicher!

Mythos Nr.3: Fett macht dick

 

Diese Behauptung ergibt - wenn überhaupt - nur dann Sinn, wenn wir sie in Beziehung mit unserem täglichen Kalorienbedarf bringen. Dazu ist es entscheidend zu wissen, dass es einen gewissen "Grundumsatz" gibt, der dafür steht, wie viele Kalorien eine Person pro Tag braucht, um körperlich und geistig leistungsfähig zu bleiben.

Da nun Fett an sich relativ Kalorien lastig ist und daher bereits in kleinen Mengen genug Energie liefert, muss bei einer fettreicheren Ernährung darauf geachtet werden, dass der Rest an konsumierten Lebensmitteln den maximalen Wert des persönlichen Grundumsatzes nicht überschreitet.

 

Im Klartext: Wenn ich mehr Kalorien aufnehme, also mehr esse, wie ich wieder verbrenne (im Sinne von körperlichen und/oder geistigen Tätigkeiten), dann nehme ich zu!!

 

Und dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wie hoch der Anteil von Fett in meiner täglichen Ernährung ist. (Hier ist vielmehr das individuelle Stoffwechselprofil entscheidend, das mir vorgibt, wie hoch mein persönlicher idealer Fettanteil im Essen sein sollte, um gesund und fit zu bleiben!)

Es ist also in Wahrheit so, dass Kohlenhydrate weit aus häufiger dick machen wie Fette. Und das beweist auch die Tatsache, dass Menschen, die mit "light-Produkten" abnehmen wollen selten erfolgreich damit sind.

 

Das meint im Ernst,

deine Katrin

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