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Lust am Leben oder was wir von unseren 4beinigen Freunden lernen können

Das leben mit einem Hund kann mitunter sehr abwechslungsreich sein. In meinem Fall ist es ein 13 Monate alter Border Collie namens Merlin, der meine Tage bereichert.

Seit er in unser Familienleben getreten ist, verbringe ich viel Zeit damit, ihn in seinem Hundedasein zu beobachten. Und stelle fest: Er hat uns Menschen einiges voraus:

1. 

Er ist. Punkt. Für ihn existiert nur die Gegenwart. Alles, was von außen auf ihn zukommt wird erst in dem Moment – und erst dann! – mit einer Reaktion bedacht, wenn die Situation da ist. Das vereinfacht das Leben ungemein.

 

2.      

Er freut sich seines Lebens! Es ist für mich immer wieder eine tiefe Freude zu sehen, wie sehr er das Leben genießt. Diese unbändige Lebensfreude ist unglaublich ansteckend und macht es einem fast unmöglich, trüben Gedanken nachzuhängen.

 

3.      

Er isst mit Begeisterung. Nahrungsmittel sind für ihn ein Quell der Freude und des Genusses und wenn er etwas zu essen bekommt, hat er Spaß daran.

 

4.      

Er liebt Bewegung. Kein noch so schlechtes Wetter kann ihn davon abhalten, sich über einen Spaziergang zu freuen und mit Begeisterung durch Wälder und Wiesen zu toben. Da braucht es keine innere Motivation oder die Notwendigkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden. Das Motto lautet: Ich kann laufen? Na dann los! Auf ins Vergnügen!

 

5.      

Er genießt die Ruhe. Auch wenn er gerne aktiv ist und neue Dinge interessant sind – Pausen sind ihm wichtig. Und die fordert er ein und zelebriert sie dann auch. Da gibt es kein „Ich muss aber noch schnell…“ Wenn er müde ist, ist er müde. Und dann ist auch Zeit für eine Pause.

 

6.      

Er ist immer positiv. Ganz egal, um was es sich handelt, er geht immer davon aus, dass es einen Versuch wert ist. Natürlich werden so auch schlechte Erfahrungen gemacht (z.B. bekam er unlängst einen Stromschlag von einem Elektrozaun, den er interessiert beschnüffelte), aber das hält ihn nicht davon ab, sich immer wieder auf neue Situationen und Erfahrungen einzulassen.

 

7.      

Er wertet nicht. Wenn er jemanden sympathisch findet, dann ist das so. Er überlegt nicht, welche schlechten Eigenschaften dieser Mensch vielleicht haben könnte und ob eventuell irgendwann der berühmte „Haken“ noch kommt. Er geht unvoreingenommen in die Beziehung und lässt sich überraschen, was auf ihn zukommt.

 

8.      

Er spielt gerne. Diese bereichernde Eigenschaft verlieren wir Menschen gerne auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Meistens kommt irgendwann der Punkt, wo wir spielen fad finden. Das ist schade! Denn im Spielen liegt oft viel Kreativität und Muße – zwei Qualitäten, die viele von uns verzweifelt im Alltag wieder suchen.

 

9.      

Er lernt gerne. Es macht ihm einfach Spaß, Aufgaben, die ihn herausfordern, zu verstehen und zu bewältigen. Da ist kein „Was bringt mir das?“ im Raum. Da bremst kein „Och, das ist aber anstrengend und mühsam!“. Vielmehr basiert dieses Verhalten auf einem „Da gibt es etwas zu tun, was ich noch nicht kann? Na dann mal los!“

 

10.  

Er vertraut darauf, dass es das Leben (und im kleineren Sinne wir als sein Rudel) gut mit ihm meint. Dieses große Maß an (Ur)Vertrauen, ist eine seiner herausragendsten Eigenschaften, die ihn von den meisten Menschen unterscheidet. Dieses instinktive Wissen bewahrt ihn vor übereilten Panikreaktionen und gibt ihm Gelassenheit.

 

Und da sagt noch einer, der Mensch ist dem Tier überlegen!?

 

Wenn ich bedenke, wie viel jeder einzelne Punkt den ich oben beschrieben habe, Leid, Kummer und  Sorgen aus den Menschenleben nehmen könnte, nur dadurch, dass wir es schaffen, uns ein Beispiel am Hund zu nehmen….

 

Das bringt mich zwangsläufig zu der Frage, warum wir (Erwachsenen) uns das Leben oftmals so schwer machen?

Muss ja nicht sein.

Und in nächster Konsequenz, ob es nicht einfache Umsetzungsstrategien gibt, die uns dem Hundeleben näher bringen?

 

Die gute Nachricht ist: Ja. Es gibt solche Möglichkeiten!

Und sie sind auch gar nicht schwierig umzusetzen. Das einzige was wir dazu brauchen ist der feste Willen, die Dinge die schief laufen ab sofort anders zu machen. Diese Vereinbarung mit uns selbst ist die Basis, die nötig ist, um die folgenden Schritte umzusetzen, die dabei helfen das eigene Leben zu verbessern. Nämlich:

 

·         Eine Vorstellung/Vision davon haben, wo ich hin möchte. – Wie sollte denn mein Leben aussehen, wenn es mir gut tun soll?

 

·         Bestandsaufnahme über das, wo ich im Moment stehe. Das bezieht sich auf alle Bereiche, die mein Leben ausmachen – also Persönlichkeit, Familie, Liebe, Freizeit und Arbeit

 

·         Akzeptanz der Bestandsaufnahme – die Dinge sind im Moment wie sie sind. Und das ist für den Augenblick auch genug und gut.

 

·         Bewusstwerdung darüber, ob ich mit dem Istzustand meiner Bestandsaufnahme zufrieden bin. – Wie geht es mir denn damit, dass die Dinge so sind wie sie sind?

 

·         Achtsamkeit mir selbst gegenüber. – Was passiert denn mit mir, wenn ich die Dinge so mache oder bewerte, wie ich es mir angewöhnt habe? Wie fühle ich mich dabei?

 

·         Neuerliche Akzeptanz der Ist-Situation. – Selbstliebe sollte oberste Priorität haben! (nicht zu verwechseln mit Egoismus, der ja immer manipulativ wirkt.) Ich bin kein Versager oder schlechter Mensch, nur weil ich im Moment auf diesem Entwicklungsstand stehe. Das Wort Entwicklung ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Oft muss ich mich erst ENTwickeln, damit ich mich freier bewegen kann!

 

·         Perspektivenwechsel und Öffnung für Neues. – Was passiert denn, wenn ich mich ab sofort in bestimmten Situationen anders verhalte wie gewohnt? Wie reagiert denn mein Umfeld darauf? Wie fühle ich mich dabei? Was verändert sich?

 

·         Konsequentes Beibehalten jener Veränderungen, die sich positiv auf mich auswirken.

 

·         Die guten Augenblicke genießen und hochhalten. – Wer sich selbst immer wieder feiert, tut seinem Selbstwert Gutes.

 

·         Darauf vertrauen, dass es das Leben gut mit uns meint! – Auch wenn es manchmal so gar nicht danach aussieht und alles schief läuft…

Wenn wir loslassen (können) und zulassen, dass sich die Dinge ausrichten, geschehen die unglaublichsten Sachen!

 

Ich bin daher eine große Verfechterin des Hundelebens! Und das nicht erst, seit ich selbst Hundebesitzerin geworden bin. Meiner Meinung nach sind wir alle auf der Welt, um glücklich zu werden. Dazu braucht natürlich jeder etwas anderes. Aber was uns alle eint, ist die Sehnsucht nach Liebe und Zufriedenheit. Und deshalb finde ich, wir sollten uns die Suche danach nicht unnötig (selbst) schwer machen!

 

Das meint im Ernst 

Deine Katrin

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