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Warum Frauen kochen und Männer zunehmen

Laut einer EU-weiten Studie sind 79% der Frauen für die Zubereitung der Mahlzeiten im Familienkonstrukt zuständig. Im Gegensatz dazu liegen die Männer bei den Übergewichtigen unangefochten auf Platz 1 -  satte 57% gehören laut Studienergebnis in diese Zielgruppe!

Was läuft da falsch? Wie kann es sein, dass die Herren der Schöpfung trotz guter und regelmäßiger Versorgung mit Nahrung nicht in der Lage sind, Maß zu halten? Oder liegt es vielleicht gar nicht daran? Ist es vielmehr ein Problem des WAS gegessen wird?

 

Abgesehen davon, dass ich die klassische geschlechtspezifische Rollenverteilung persönlich grundsätzlich in Frage stelle und sie für ein antiquiertes Auslaufmodell halte (das sich leider immer noch hartnäckig im Alltag vieler Familien und Paare verankert), lohnt es sich, genauer hinzusehen:

 

 

Der individuelle Nährstoffbedarf

Wenn ich als Ernährungstrainerin meinen fachkundigen Blick auf diese Frage richte, so liegt es für mich nahe, die Studienergebnisse mit der Theorie der Stoffwechsel spezifischen Ernährung in Verbindung zu bringen:

 

Diese geht davon aus, dass wir Menschen einen individuellen Nährstoffbedarf haben. Natürlich braucht jeder eine gewisse Menge an Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett. Dieser gewisse Bedarf kann aber - wie gesagt - sehr unterschiedlich sein. Wo Person A viele Kohlenhydrate und wenig Fett benötigt, um gesund und vital zu bleiben, ist es für Person B wichtig, dass weniger Kohlenhydrate, dafür aber mehr Eiweiß und Fett gegessen werden, um nicht zuzunehmen und chronischen Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen.

 

So weit, so gut. Was hat das nun mit der europäischen Studie zu tun?

 

In meiner langjährigen Praxis als Stoffwechselberaterin, habe ich beobachtet, dass viele Frauen einen eher Kohlehydrat lastigen Stoffwechsel haben. Das heißt, dass sie darauf achten (sollten), genug Kohlenhydrate in einer Mahlzeit zu sich zu nehmen und sich bei Eiweiß und Fett zurückhalten (sollten).

Im Gegenzug dazu brauchen wiederum viele Männer oftmals das Gegenteil, nämlich eine Mischkost bestehend aus viel Gemüse, wenig stärkehaltigen Kohlenhydraten (also Nudeln, Reis oder Brot) und genug Eiweiß und Fett, um satt zu werden und gesund zu bleiben.

 

Wie die eingangs erwähnte Studie beweist, ist das gängige Rollenmodell in den meisten Familien so, dass hauptsächlich die Frauen dafür sorgen, dass eine Mahlzeit auf den Tisch kommt. Da wir alle – mehr oder weniger – instinktiv jene Lebensmittel bevorzugen, die uns gut tun, liegt die Vermutung nahe, dass oft Essen gekocht wird, das dem Bedarf der jeweiligen Köchin angepasst ist. Das ist natürlich gut für die Frau, die kocht. Das ist aber weniger gut für den Mann, der dieses Essen regelmäßig zu sich nimmt.

 

 

Isst ein Mensch mit großem Eiweißbedarf regelmäßig zu Kohlehydrat lastige Kost, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Übergewicht und die klassischen Stoffwechselstörungen (hoher Blutdruck, erhöhtes Cholesterin, erhöhter Blutzucker usw.) einstellen.

 

Außerdem wandelt der menschliche Körper einen Überschuss an Kohlenhydraten in Speicherfett um, das sich dann in den Organen und an diversen Körperstellen (Bauch, Oberschenkel, Oberarme,) ansammelt. Eine durchaus kluge evolutionsbiologische Strategie, die allerdings in der heutigen Zeit nur mehr selten Sinn macht.

In Zeiten des Nahrungsmangels und der jahreszeitlich erschwerten Nahrungsbeschaffung konnte so das Überleben gesichert werden. Im modernen Leben der meisten Länder ist diese Vorsorgungsmaßnahme aber mehr Plage wie Hilfe.

Wir kommen so gut wie nie in wirklich ernsthafte Mangelzustände, in denen der Organismus auf Speicherdepots zurückgreifen muss.

Gott sei Dank!

Aber gerade deshalb ist es sehr wichtig, gut darauf zu achten, dass Nahrungsmittel gegessen werden, die gesund erhalten! Und das bezieht sich jetzt nicht nur auf die Qualität der Lebensmittel, sondern in diesem konkreten Beispiel vor allem auf das Verhältnis der einzelnen Komponenten, die in meinem Magen landen.

Unter diesem Blickwinkel betrachtet, ist es also mehr als sinnvoll, sich Gedanken über das eigene Essverhalten zu machen und im Sinne der eigenen Wertschätzung eine gesundheitserhaltende Veränderung anzustreben!

 

Wie geht das?

Eine Stoffwechselanalyse ist schon einmal ein toller Start in die richtige Richtung!

Mit dem Wissen darüber, was ich als Person an Nahrungsmitteln brauche, damit ich in mein Stoffwechselgleichgewicht komme ist von unschlagbarem Vorteil! Damit kann ich die eigene Fitness, das Wohlbefinden und – zu guter Letzt – die Gesundheit fördern und ermögliche mir, mein Idealgewicht (und damit meine ich das persönliche Wohlfühlgewicht und nicht irgendeinen fiktiven Wert auf der Waage!) zu erreichen und auch langfristig zu halten!

 

Ein weiterer Ansatzpunkt ist achtsames und intuitives Essverhalten zu lernen und zu kultivieren.

  • Dazu gehört die Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse (Es lohnt sich unter Umständen, zu hinterfragen, ob es Sinn macht, wenn Frau UND Mann sich darüber abstimmen, was auf den Tisch kommt, damit für beide die Voraussetzungen stimmen. 😉).
  • Dazu gehört die Bereitschaft zur Veränderung des eigenen Verhaltens (und der damit verbundenen Frage WARUM will ich mein Essverhalten ändern?).
  • Dazu gehört auch der Fokus auf das Positive - die mit der Veränderung verbundenen, erfreulichen Dinge und Gefühle, die es in den Vordergrund zu rücken gilt.

Ja und dann ist da noch die Liebe zu sich selbst, die Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Gesundheit und der Freude am Leben! Die Frage „Ist mir mein Leben den Aufwand wert?“ entscheidet letztendlich darüber, ob du Motivation und Antrieb hast, dich und dein Verhalten zu reflektieren und über den eigenen Schatten zu springen.

 

Und wenn dir die Herausforderung, auf die eigenen Bedürfnisse beim Essen zu achten und zeitgleich für andere zu sorgen zu groß oder zu schwer erscheint, suche dir Hilfe!

Ich unterstütze dich gerne dabei, Klarheit über deine individuelle Wohlfühlernährung zu gewinnen und deine Selbstzweifel zu überwinden! (Klicke hier um mehr zu erfahren)

 

Denn eines ist gewiss: Wenn du deine Fragen geklärt, deine Antworten gefunden und deine Lebensweise verändert hast, dann klappt`s auch mit dem idealen Essverhalten!

 

Das mein im Ernst,

 

Deine Katrin

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