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Vom richtigen Zeitpunkt

Wann ist der richtige Moment gekommen, um einen guten Vorsatz – wie zum Beispiel die Ernährung zu verbessern, mehr Sport zu betreiben, öfter mal zu Fuß zu gehen, etc. – gekommen?

Die einzig richtige Antwort darauf lautet: JETZT!

Wir leben in der Illusion, dass alles, was wir nicht sofort erledigen wollen und in die Zukunft verschieben, irgendwann Früchte trägt. Mit dem Effekt, dass die meisten dieser Vorhaben nie umgesetzt werden. Dies ist jetzt nicht so zu verstehen, dass jeder Blitzgedanke, jede Idee oder auch jeder Impuls von außen sofort in die Tat umgesetzt werden sollte. Ganz gewiss nicht!

Dies würde nur unnötig Zeit vergeuden und Energie kosten, weil ja nicht alles, was uns justament in den Sinn kommt oder uns von Situationen und/oder Personen im Außen zugemutet wird, immer in der Dringlichkeit wichtig und richtig ist, wie es im Moment scheint.

Nein, das ist sich nicht der Sinn der Sache.

Das von dem ich hier spreche hat etwas mit langfristigen Plänen und immer wiederkehrenden Gedanken zu tun, die sich zwar im Kopf festfressen aber dennoch nicht genug Motivation erzeugen, um in die Realität geholt zu werden. Sachen oder Ideen, von denen wir genau wissen, dass es gut für uns wäre, dass es uns guttäte und in vielfacher Weise positive Auswirkungen auf unser Leben haben würde, wenn wir nur endlich genug Energie/Zeit/Kraft/Geld…. hätten, um das, was uns so hartnäckig verfolgt, endlich in die Tat umzusetzen. Es aber nicht tun. 

Dieses Gefühl, dieses Wissen, ist die passende Grundlage, um die eigenen Blockaden zu entlarven. Die Dämonen ans Licht zu bringen, die uns davon abhalten, erfolgreich für unser Wohlergehen zu sorgen. Es macht sehr viel Sinn, den Blick hinter die Kulissen zu wagen und nachzusehen, welche Verhinderer dort auf uns lauern. Welche alteingesessenen und durchaus in Frage zu stellenden Gewohnheiten und Glaubenssätze uns davon abhalten, die Dinge zu tun, die uns möglicherweise glücklich machen würden.

Und damit fängt alles an.

Ist der erste Schritt in diese Richtung getan, ist die Sehnsucht nach Veränderung groß genug geworden, um mutig zu sein und den Tatsachen - sich selbst und seinem ureigenen Charakter – ins Auge zu blicken, ist der Weg frei für Neues.

Sich selbst mit all den Schwächen aber auch Stärken (!) zu akzeptieren, JA zu sagen zu dem, wie man nun einmal ist, ist kein Strandspaziergang. Dennoch ist es notwendig, sich darüber klar zu werden, was denn für einen selbst möglich ist – und was nicht. Wo denn die eigenen Grenzen liegen und wie sehr sie vielleicht gedehnt werden könnten, obwohl man bis dato von sich selbst glaubte, dass das gar nicht möglich sei…

Es geht immer um das JETZT. Immer. Wenn nicht JETZT, in diesem Moment, der Prozess beginnt, sich für die eigene Person zu interessieren, darauf zu achten, was mich nährt und was mir schadet, WIRD ES VIELLEICHT KEIN MORGEN GEBEN.

Das klingt jetzt vielleicht etwas theatralisch, aber ist es in Wahrheit nicht so, dass keiner von uns sagen kann, was morgen ist? Wir gehen immer davon aus, dass uns eine Zukunft sicher ist. Dass es dieses morgen geben wird. Die wenigsten denken daran, dass unser Dasein auf diesem schönen Planeten endlich ist, wenn wir gerade im Saft stehen. Das ist auch notwendig, um überleben zu können. Trotzdem hat es niemand in de Hand, wann seine/ihre Zeit gekommen ist. 

Wäre es da nicht beruhigend von sich selbst sagen zu können: „Ich habe meine Zeit bestmöglich genutzt. Ich habe zu meinem eigenen Wohl ebenso beigetragen wie zum Wohl anderer und darauf geachtet, dass es dem Körper, der mir geschenkt wurde, gut geht.“?

Wenn wir jetzt und heute aufhören, Umstände hinzunehmen, die wir verändern könnten – wenn jeder das für sich alleine machen würde –  dann würde das alleine schon ausreichen, um die Welt in einen friedlicheren Ort zu verwandeln!

Wie kann es sein, dass äußere Umstände wie die Nahrungsaufnahme (die in den westlichen Ländern der Erde gesichert ist und kein Beschaffungsproblem mehr darstellt) das eigene Leben derart beeinflussen, dass ich akzeptiere, dass es mir nicht gut dabei geht?

Dass ich akzeptiere, dass es mich krankmacht. Dass ich akzeptiere, dass anderen Lebewesen (und gemeint sei hier an dieser Stelle sowohl Tier als auch Mensch!) Leid zugefügt wird, nur weil ich nicht den Willen aufbringen kann, mein Verhalten zu verändern?!

Wenn wir uns vor Augen halten, wieviel Elend im Zusammenhang mit Ernährung entsteht – und die Liste ist lang: das reicht von konventioneller Tierhaltung, pestizidverseuchtem Ackerbau bis hin zu global verursachtem Leid und Migrationsbestrebungen durch aggressive Marktwirtschaft – kann sich keiner von uns zurücklehnen und von sich behaupten, er/sie habe mit der Sache nichts zu tun.

Wenn wir uns verändern wollen, wenn wir bessere Menschen werden wollen, wenn wir weniger Junkfood essen wollen und wieder mehr auf regionale Produkte zurückgreifen, wenn wir etwas dazu beitragen wollen, dass die Dinge sich ändern (im Kleinen bei uns selbst und in weiterer Folge im Großen durch das eigene Verhalten – und ja! Wir haben alle einen Einfluss darauf, an welchen Regeln sich die Gesellschaft orientiert!), dann müssen wir eine Entscheidung treffen:

Die Entscheidung ob ich selbstbestimmt lebe oder gelebt werde. Fremdbestimmt von inneren und äußeren Machthabern.

Aus diesem Grund halte ich es für sehr wichtig, nein, genau genommen ist es unsere wichtigste Aufgabe, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen und uns darauf zu besinnen, was uns WIRKLICH guttut! Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und darauf zu hoffen, dass sich die Dinge von selbst ändern. Das hilft maximal den Wenigen, die genug Macht und Geld haben, um uns zu kontrollieren. Das hilft am wenigsten uns selbst. Uns bringt das nur Selbstzweifel, Schuldgefühle und Gefühle der Machtlosigkeit. Und Gefühle dieser Art bringen uns nicht weiter!

Nein. Kneifen gilt nicht!

Es muss uns klar sein, dass jedes Nicht-Handeln genauso dazu beiträgt, wie sich unser Leben entwickelt. Und dass der Umstand, dass wir Vorhaben, die umgesetzt werden sollten, weil wir in uns drinnen ganz genau wissen, dass es notwendig ist, diese Dinge anzugehen (sie aber vor uns herschieben) nur dazu beitragen, dass wir auf der Stelle treten.

Gehen wir es also an. Entscheiden wir uns JETZT. Verändern wir uns – und die Umstände werden sich mit uns mit verändern. Wenn nicht ICH einen ersten Schritt in Richtung Eigenverantwortung unternehme, wer dann? 

Wer sollte es statt mir selbst tun? Genau. Keiner.

Nur wir selbst haben die Macht, uns zu verändern. Wenn wir das erkannt haben, kann die Reise beginnen…

Das meint im Ernst,

Deine Katrin

 

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